Musikdownloads: Ab wann tue ich etwas Illegales?

Musikdownload: Ab wann tue ich etwas Illegales?

Viele junge Menschen sind unsicher, ob sie etwas Illegales tun, wenn sie für den Eigengebrauch gratis Musik herunterladen. Das erinnert mich an alte Zeiten, als manche Menschen beim Kopieren von Musikkassetten ein schlechtes Gewissen hatten.

Beim Modul zum Recht im Internet der «Swisscom Medienkurse Schüler» geht es um das Urheberrecht. Die Schüler sollen lernen, welches Verhalten im Internet illegal ist.

Dabei habe ich eine spannende Beobachtung gemacht: Die meisten Teenager sind der Meinung, es sei verboten, gratis Musik herunterzuladen oder Youtube-Videos mit einem Konvertierprogramm zu MP3-Dateien umzuwandeln. Die Jugendlichen fühlen sich zwar nicht gerade als Verbrecher, aber sie fühlen sich in der Illegalität, obschon nach Schweizer Recht wahrscheinlich nur ganz wenige Teenager beim Umgang mit Musik das Urheberrecht verletzen.

In der Schweiz ist der Download von Musik für den Eigengebrauch erlaubt. Das Konvertieren von Youtube-Videos zu MP3-Dateien für den Eigengebrauch ist ebenfalls erlaubt. Das ist sehr populär bei den Jugendlichen, ganz im Gegensatz zu Filesharing-Plattformen.

Musik unter Freunden teilen

Die älteren Leser mögen sich erinnern, dass Viele ihre Lieblingssongs auf Kassetten kopiert und verschenkt haben. Das Weitergeben von gekaufter Musik im Freundeskreis ist erlaubt, egal ob dies analog oder digital passiert.

Verschenkt man den drei besten Freunden eine Musikdatei, so gilt das als «Fair Use». Der Schaden für den Urheber hält sich in Grenzen. Man darf sogar via Online-Speicherplatz Musikdateien mit den zwei, drei besten Freunden teilen. Wie viele es maximal sein dürfen, ist rechtlich umstritten.

Und Vorsicht: Die Zugriffsrechte entscheiden, ob man sich im legalen oder illegalen Bereich bewegt. Wer die Nutzerrechte zu einer Datei oder einem Ordner auf einem Online-Speicherplatz auf «öffentlich» stellt und damit die Musik der Allgemeinheit zum Download zur Verfügung stellt, verhält sich unfair und verletzt das Urheberrecht.

Umstritten ist auch, ob man Musikdateien, die man selber nicht gekauft hat, weiterverschenken darf. Den Freunden zu zeigen, wo oder wie man den Song besorgt hat, ist wahrscheinlich besser.

Behält man diese simplen Regeln im Auge, so ist man den Musikern gegenüber fair und bewegt sich in den Grenzen der Legalität.

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